{"id":354,"date":"2020-04-18T15:31:04","date_gmt":"2020-04-18T13:31:04","guid":{"rendered":"https:\/\/grossesgestalten.de\/?p=354"},"modified":"2020-04-22T13:24:43","modified_gmt":"2020-04-22T11:24:43","slug":"corona-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grossesgestalten.de\/de\/corona-kinder\/","title":{"rendered":"Corona &#038; Kinder"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"354\" class=\"elementor elementor-354\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-24919f0c elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"24919f0c\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-185fd1d1\" data-id=\"185fd1d1\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-554cf17 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"554cf17\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color: #3d6b4a;\">Eltern, die nicht in &#8222;system-relevanten Berufen&#8220; arbeiten, gew\u00e4hrleisten \u00fcber ihre \u00fcblichen Aufgaben hinaus nun ganzt\u00e4gig die Betreuung, Erziehung und Beschulung ihrer Kinder. Dass das eine enorme Herausforderung ist, die eine Umgestaltung des Tagesablaufs und Neu-Einteilung der Ressourcen bedarf, ist zumindest jeder Person bewusst, die sich gerade in dieser Lage befindet. Dass es eine schiere Unm\u00f6glichkeit ist, dabei den empfundenen Anforderungen von au\u00dfen und sich selbst gerecht zu werden, sollte ebenso selbstverst\u00e4ndlich sein. <strong>Der Schl\u00fcssel dieser Zeit bedeutet: gut genug<\/strong>. <strong>Das gilt f\u00fcr Erwachsene und Kinder<\/strong>. Wer versucht, die Standards in allen Lebensbereichen wie vor Corona aufrecht zu erhalten, obwohl sich die Verantwortlichkeiten vervielfacht haben, droht auf lange Sicht auszubrennen. Die Rechnung ist einfach, aber nicht leicht umzusetzen. Wenn mein Alltag vor Corona bspw. von den 17h Wachzeit im Schnitt grob 8h der Arbeit, 1,5h f\u00fcr Wege, 2h f\u00fcr Versorgung und die Vorbereitung von Mahlzeiten, 0,5h f\u00fcr Haushaltsaufgaben\/ Selbstf\u00fcrsorge und 5 Stunden Betreuung der Kinder einger\u00e4umt hat, ist klar, dass ich diese Aufgaben nicht gleichwertig bew\u00e4ltigen kann, wenn meine Kinder pl\u00f6tzlich 17 Stunden t\u00e4glich um mich herum wuseln und ihre &#8211; durch die Krise auch noch ver\u00e4nderten &#8211; Bed\u00fcrfnisse mitbringen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color: #3d6b4a;\">Der Vorteil ist, dass dies alle Eltern \u00e4hnlich trifft. Nat\u00fcrlich macht es Unterschiede, ob die Erziehungsberechtigten einen Haushalt teilen\/ anwesend sind, ganz, teilweise oder nicht arbeitst\u00e4tig sind, wie viele Kinder in welchen Alters- und Entwicklungsstufen und mit welchen gesundheitlich bedingten Bed\u00fcrfnissen zu versorgen sind&#8230; Die Liste lie\u00dfe sich bis ins schier Unendliche erweitern. Aber eines ist klar: <strong>die allermeisten sp\u00fcren derzeit eine Ver\u00e4nderung der Anforderungen, die ein potenzieller Stressor ist, der an den eigenen Ressourcen nagt. <\/strong>Dieses Verst\u00e4ndnis ist meist leichter anderen gegen\u00fcber zu empfinden als die Empathie mit sich selbst. Daher ist ein kleiner Trick hilfreich, wenn man sich gerade mal wieder fragt: <em>&#8222;Warum bekomme ich das alles nicht auf die Reihe?&#8220; <\/em>oder sich kritisiert: <em>&#8222;Wenn ich das nicht packe, bin ich wohl ein schlechter Elternteil.&#8220;<\/em> <strong>Wenn du dich bei diesen oder \u00e4hnlichen Fragen\/ Aussagen erwischst, stell dir einen Moment lang vor, du w\u00fcrdest sie von einem befreundeten Elternteil h\u00f6ren. Wie w\u00e4re deine Reaktion darauf?<\/strong> In den meisten F\u00e4llen w\u00fcrdest du wohl mit Mitgef\u00fchl reagieren und der Person gut zureden, oder?! <strong>Wie w\u00e4re es also, wenn du dir mit derselben Empathie begegnest und schaust, wof\u00fcr deine Ressourcen gerade wirklich reichen. Das k\u00f6nnen individuell v\u00f6llig unterschiedliche L\u00f6sungen sein. <\/strong>Vielleicht befindest du, dass es okay ist, wenn dein Sohn eine Woche lang mal nicht alle Matheaufgaben macht oder deine Tochter mehr als zwei Stunden t\u00e4glich vor dem Bildschirm verbringt, um sich nicht &#8222;p\u00e4dagogisch wertvolle&#8220; Inhalte zu Gem\u00fcte zu f\u00fchren, einfach, weil es euch alle entspannt, etwas Druck aus dem selbst auferlegten Stundenplan zu nehmen. Oder du merkst, dass gerade die feste Tagesstruktur das Mittel ist, das dir und deine Familie die n\u00f6tige Sicherheit im neuen Alltag gibt. <strong>H\u00f6r auf deine Intuition und eure Bed\u00fcrfnisse. Sie sind der beste Kompass durch diese st\u00fcrmischen Zeiten.<\/strong><\/p>\n<p><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color: #3d6b4a;\">Wenn du dir im gesch\u00e4ftigen Alltag eine halbe Minute nehmen kannst, um <strong>wahrzunehmen, wie anstrengend diese ganze Neuorientierung sein kann<\/strong>, ist es dir vielleicht auch m\u00f6glich, dir vorzustellen, was es f\u00fcr dein\/e Kind\/er bedeutet, dass <strong>vieles, das vorher &#8222;normal&#8220; war, pl\u00f6tzlich nicht mehr gilt<\/strong>. Das kann sich darin \u00e4u\u00dfern, dass Wutausbr\u00fcche, Widerstand oder Langeweile, &#8230; vermehrt auftreten. <strong>So individuell wie die Pers\u00f6nlichkeit eines Kindes kann seine emotionale Reaktion auf Ungewissheit\/ Verunsicherung sein<\/strong>. Auch wenn es dich an den Rande des Wahnsinns treiben mag, auch hier helfen Empathie und das Mantra des &#8222;gut genug&#8220;. <strong>Du bist f\u00fcr dein\/e Kind\/er der Anker auf dieser wilden Bootsfahrt und in Zeiten, in denen nichts sicher ist, ist es umso wichtiger, dass sie sp\u00fcren, dass du sie liebst und eure Beziehung stabil ist. <\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color: #3d6b4a;\">Ganz praktisch k\u00f6nnt ihr eine <strong>f\u00fcr euch passende Routine entwickeln<\/strong>, um &#8222;dran zu bleiben&#8220;.<\/p>\n<p><\/p>\n<ul>\n<li class=\"has-text-color\" style=\"color: #3d6b4a;\">Vielleicht kennst du selbst aus dem Kindergarten oder der Grundschulzeit noch einen<em> regelm\u00e4\u00dfigen<\/em> <em>Morgenkreis<\/em> oder das allw\u00f6chentliche <em>Team Meeting<\/em> von der Arbeit. Das gleiche k\u00f6nnt ihr als Familie einrichten, um einen festen Rahmen und gesch\u00fctzten Raum zu haben, um euch \u00fcber Pl\u00e4ne, Schwierigkeiten, W\u00fcnsche, Bed\u00fcrfnisse und alles auszutauschen, was euch aktuell besch\u00e4ftigt (vielleicht passt auch ein <em>Kummerkasten<\/em> dazu, der dann gelehrt wird). Wichtig ist es, hier eine konstruktive Kommunikationsatmosph\u00e4re zu schaffen, die von Wohlgesonnenheit gezeichnet ist. Ihr m\u00f6chtet ja gemeinsam etwas gestalten und erm\u00f6glichen. Das hei\u00dft auch, dass Kritik nicht pers\u00f6nlich genommen werden sondern als Grundlage f\u00fcr Verbesserungen dienen sollte.<\/li>\n<li>Die Kinder bekommen <em>Stundenpl\u00e4ne<\/em> f\u00fcr die Schule. Ein \u00e4hnlicher <em>Tagesplan<\/em> kann mitunter Wunder wirken, um sich in einem Alltag zu orientieren, der nicht mehr die \u00f6rtliche Trennung von Schule\/ Arbeit und Freizeit erm\u00f6glicht. Gem\u00e4\u00df variabler <em>time slots<\/em> kann man bspw. bei freiheitsliebenden Kindern auch zeitliche Einheiten einf\u00fchren, die sie dann nach Belieben mit Inhalten f\u00fcllen. So ist klar, dass etwas geschieht und wann. <strong>Die Struktur kann die n\u00f6tige Sicherheit geben<\/strong>, w\u00e4hrend die Frustration durch aktuell ungeliebte Aufgaben bestenfalls ausbleibt. Wenn das funktioniert, bietet es das Potenzial f\u00fcr eine Selbstbestimmung, die den Kids ein<strong> Gef\u00fchl von Selbstverantwortlichkeit und Mitbestimmungsrecht<\/strong> gibt, was in manchen Schulen nicht m\u00f6glich, aber sehr zutr\u00e4glich in puncto Zufriedenheit sein kann.<\/li>\n<li>Emotionale &#8222;Ausrei\u00dfer&#8220; k\u00f6nnen als Chance genutzt werden, um sich<strong> \u00fcber Gef\u00fchle auszutauschen und damit die Achtsamkeit zu schulen<\/strong>. Das klingt erstmal sch\u00f6n, aber es ist eine riesige Herausforderung, sich ruhig mit einem Kind auseinander zu setzen, wenn es gerade wie wild schreit und drum herum eh schon alles liegen bleibt und die gef\u00fchlten &amp; realen Anfoderungen an den eigenen Nerven zerren. Ich m\u00f6chte dennoch den Raum daf\u00fcr \u00f6ffnen, die Schwierigkeiten der aktuellen Lage auch als Chance zu sehen. Dadurch, dass Eltern und Kinder sehr viel mehr Zeit miteinander verbringen, entsteht die M\u00f6glichkeit, sich auf ganz andere Art kennen zu lernen. Wenn ich einr\u00e4ume, dass es gerade f\u00fcr alle schwierig ist, bildet das die Basis daf\u00fcr, das beste daraus zu machen. <strong>Der Austausch \u00fcber schwierige Gef\u00fchle kann mindestens genauso verbindend und beziehungsst\u00e4rkend sein wie gemeinsames Lachen.<\/strong> Ganz nebenbei merken deine Kinder, dass es <strong>okay ist, schwierige Gef\u00fchle zu haben und sie zu teilen<\/strong>. Die beste Grundlage daf\u00fcr, dass sie sich dir auch im Teenager-Alter mitteilen und anvertrauen statt sich unverstanden zu f\u00fchlen und in den Widerstand zu gehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch wenn es zuerst noch mehr mentale und zeitliche Ressourcen fordert, neue Gewohnheiten zu implementieren, kann sich der Aufwand langfristig lohnen. <strong>Die Hauptsache ist dabei, dass du auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse deiner Familie eingehst und schaust, was f\u00fcr euch funktioniert.<\/strong> Auch hier gilt: Es reicht, wenn es gut genug ist. Das letzte, was du in schwierigen Zeiten brauchst, ist noch mehr Druck durch selbst auferlegte Erwartungen. In diesem Sinne &#8211; kommt gut (genug) durch die st\u00fcrmische Zeit und genie\u00dft die neuen M\u00f6glichkeiten!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wenn du Feedback, Anregungen oder Ideen hast, die du mit mir teilen m\u00f6chtest, freue ich mich \u00fcber eine Mail von dir!<\/p>\n<p><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eltern, die nicht in &#8222;system-relevanten Berufen&#8220; arbeiten, gew\u00e4hrleisten \u00fcber ihre \u00fcblichen Aufgaben hinaus nun ganzt\u00e4gig die Betreuung, Erziehung und Beschulung ihrer Kinder. Dass das eine enorme Herausforderung ist, die eine Umgestaltung des Tagesablaufs und Neu-Einteilung der Ressourcen bedarf, ist zumindest jeder Person bewusst, die sich gerade in dieser Lage befindet. 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