Weihnachten ohne Geschenke?!

Der drohende Lockdown führte heute zu skurrilen Bildern: lange Schlangen von Menschen vor Einkaufszentren, die sich um viele Häuserblöcke winden, weil der Mindestabstand zumindest halbwegs eingehalten werden muss. Das home office wird – wenn möglich – auf den Abend verlegt, um eben noch einen Roller zu erstehen, bevor alle Geschäfte schließen müssen und man sich mit Fantasien von enttäuschten Blicken der Kinder konfrontiert sieht.

 

Aber was ist es, was viele in die überfüllten Einkaufspassagen treibt, obwohl die steigenden Fallzahlen mahnen, Kontakte zu den Mitmenschen und bevölkerte Plätze zu meiden? Was bringt uns dazu, doch noch eben beim Online-Versandhaus zu bestellen, obwohl wir den Shopping-Giganten mit den schwierigen Arbeitsbedingungen eigentlich nicht mehr unterstützen wollten?

 

Ich lade dich auf eine kleine Zeitreise ein, um den Geist des Schenkens & beschenkt Werdens zu erforschen:

Erinnere dich an eine Situation, in der du dich riesig über ein Geschenk gefreut hast. Vielleicht musstest du danach noch tagelang grinsen, wenn du an die Situation zurück gedacht hast. Vielleicht hast du das Geschenk anschließend ständig benutzt oder dir sind sogar ein paar Tränen gekommen, als du beschenkt wurdest. Fühle dich mal in diesen Moment hinein. Was war es, was dich so gerührt hat? Was hat dir diese Freude beschert? War es das Geschenk selbst oder hatte es vielleicht etwas mit der Person zu tun, von der es kam oder eurer Beziehung zueinander?

 

Beschenke dich gern selbst, indem du noch ein wenig länger das Gefühl genießt, das du damals hattest oder das dir kommt, wenn du an die Person denkst, von der du beschenkt wurdest.

 

Nun aber zum Schenken: Was ist das beste Geschenk, das du je einer Person (das kannst auch du selbst sein) gemacht hast? Was denkst du darüber, warum es so genial war? Über welches Geschenk hat sich die beschenkte Person am meisten gefreut?

 

Vielleicht fällt dir gerade spontan nichts ein, aber auch dann kannst du auf einer weiteren Ebene forschen, was es mit dem Schenken für dich auf sich hat:

 

Was wünschst du dir, was passiert, wenn du jemanden beschenkst? Wie fühlst du dich dabei, wenn du etwas schenkst… und wie, wenn du über das Beschaffen von Geschenken zu gesetzten Anlässen nachdenkst?

 

Ich möchte an dieser Stelle kein weiteres Plädoyer für immaterielle Geschenke oder den „wahren“ Geist der Weihnacht verfassen. Vielleicht bringen dich diese und andere Fragen über das Schenken aber zur Essenz dessen, worum es bei diesem zwischenmenschlichen Ritual eigentlich geht, welche Glaubenssätze du darüber hast oder sogar alternative Geschenkideen, die deinen Wünschen, was das Schenken anbelangt, eher gerecht werden.

 

In diesem Sinne – eine frohe Adventszeit!

de_DEDeutsch