Was soll das eigentlich mit der Selbstliebe?

Egoismus, Arroganz, Selbstverliebtheit… solche und andere Abwertungen stehen dem dominierenden Thema etlicher Ratgeber dieser Tage gegenüber. Wenn das eines verdeutlicht, dann ist das der mangelnde Konsens darüber, was Selbstliebe überhaupt ist.

 

In meiner Arbeit mit Menschen ist die Entwicklung von Liebe für sich selbst zentral. Darum möchte ich dir heute meine aktuelle Sicht auf das Thema zur Verfügung stellen und einige Anreize geben, wie du dich dem annähern kannst.

 

Schritt 1: Sich selbst kennen lernen

Im Gegensatz zum Verliebtsein, das oft genug mit der berühmt berüchtigten „rosa-roten Brille“, d.h. einer eingeschränkten Wahrnehmung einher geht, bedeutet Liebe das entsprechende Subjekt zu sehen und anzuerkennen. Im Klartext heißt das für die Selbstliebe: Sieh dich mit allem, was du bist und genau so, wie du bist.

 

Schritt 2: Annehmen, was ist

Im Zeitalter des Optimierungswahns fallen dir vielleicht auch Punkte an dir auf, die du gern verändern möchtest. Immerhin scheint es sehr viel leichter, mich zu lieben, wenn ich extrem toll bin… oder!? Die Antwort lasse ich an dieser Stelle offen und behaupte großspurig, dass es bei der Selbstliebe genau nicht darum geht, an mir herum zu ziehen. Also nimm dich, deine Bedürfnisse, Eigenschaften und Grenzen wahr und dann lass dich auch so sein!

 

Im Sinne der tiefen Demokratie nimm alles an, was da ist, ob es dir nun gefällt oder nicht. Jeder deiner inneren Anteile hat eine eigene Geschichte und Daseinsberechtigung. Ein Schlüssel zur Akzeptanz liegt darin, die Geschichte deiner inneren Anteile wahr- und anzunehmen und empathisch mit dir und all deinen Mustern und Macken zu sein.

 

Schritt 3: Zeig dich!

Selbstakzeptanz ist etwas wunderbares. Wenn aber nur du selbst siehst, wie und wer du wirklich bist, ist das gerade einmal die halbe Miete zum Glück. Wir sind soziale Wesen und es gibt kaum eine berührendere Erfahrung als auch in Beziehung so gesehen und respektiert zu werden, wie du bist.

 

Das sind Schritte, die dir viel Mut abverlangen und einige kritische innere Stimmen auf den Plan rufen können.

Ich empfehle dir, in kleinen Schritten immer mal wieder einzelne Aspekte deines Ichs kennen und annehmen zu lernen und dich bei größerem Gegenwind aus dem Untergeschoss deiner Psyche professionell dabei begleiten zu lassen.

 

Am kommenden Dienstag gibt es zudem die Möglichkeit der Selbstliebe im Online-Seminar „Selbstliebe – na klar! Warum das so schwierig ist und wie du da hin kommst“ im Austausch mit anderen Interessierten auf prozessorientierte Art auf die Schliche zu kommen. Das Seminar habe ich gemeinsam mit Dr. Tanja Hetzer vom Hanuman Institut konzipiert.

 

Ich freue mich, dich im Seminar zu sehen und wünsche dir viel Freude am Ausprobieren!

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